Hartmut Rohde

„Sein Spiel besticht durch Fantasie und imaginäre Kraft“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

Hartmut Rohde begeistert das Publikum durch seine besonderen Klangfarben sowie seine variable musikalische Sprache. Seine Interpretationen sind stets eine affektvolle Ausleuchtung des Notentextes. Ein Hauptinteresse liegt für ihn in der historischen Hinterfragung der verschiedenen Stilrichtungen, der Wirkung der rhetorischen Musiksprache des Barock und der Klassik hinein in die Romantik. Diese Herangehensweise und seine beständige musikalische Neugier verbinden sein vielseitiges künstlerisches Wirken als Solist, Dirigent, Pädagoge, Herausgeber und Kammermusiker.

In den vergangenen Jahren trat er mit Uraufführungen von Violakonzerten u.a. von August Heinrich Gehra und Cecile Forsyth in Erscheiung. 2018 war er mit dem Mozart Piano Quartet auf USA-Tournee und veröffentlichte eine viel beachtete CD mit Kammermusikwerken von Josef Tal (AVI). 2019/20 soll auch dessen Violakonzert in Neuedition durch Hartmut Rohde erscheinen und erklingen.

Zahlreiche Wettbewerbsauszeichnungen Anfang der 1990er Jahre waren die Basis für eine internationale Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker. Hartmut Rohde konzertiert mit Dirigenten wie Kent Nagano, Paavo Järvi, Massimo Zanetti, Christoph Prick und Michael Sanderling. Er arbeitet mit Orchestern wie der Staatskapelle Weimar, dem Beethoven Orchester Bonn, den Bremer Philharmonikern, der NDR-Radiophilharmonie Hannover, den Litauischen Philharmonikern, der Philharmonie Baden-Baden, sowie den Dresdener Kapellsolisten. Darüber hinaus gastiert er regelmäßig in der Carnegie Hall New York, der Wigmore Hall in London, dem Concertgebouw Amsterdam sowie bei den Berliner Festspielen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Salzburger Festspielen, den „Spannungen“ Heimbach, dem Festival Pablo Casals, dem Jerusalem Chamber Music Festival und dem Kumho Asiana Festival in Seoul.

2014-2017 war Hartmut Rohde künstlerischer Leiter und Dirigent des Leopoldinum Kammerorchesters Wroclaw (Breslau). Mit dem Kammerorchester realisierte er zwei CD-Aufnahmen mit Werken von Simon Lachs und Philipp Jarnach sowie Erich Wolfgang Korngold für das Label cpo. Seit 2017 arbeitet Rohde dort als Gastdirigent weiter und übernimmt neue Dirigate u.a. beim Litauischen Kammerorchester. 2019 wird er mit dem Franz Liszt Kammerorchester Budapest im Wiener Musikverein auftreten und dort Werke von Hans Gál für cpo einspielen. Des weiteren dirigierte er die Hamburger Camerata bei Konzerten in Ingolstadt, Reutlingen und Hamburg.

Als einer der erfolgreichsten europäischen Dozenten lehrt Hartmut Rohde seit 1993 als Professor an der Universität der Künste Berlin. Darüber hinaus ist er Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Für den PARTITURA Verlagsowie den Hofmeister Verlag Leipzig arbeitet er seit 2010 als Herausgeber und Bearbeiter. 1991 legte er seine eigene Bearbeitung des Violakonzerts von Béla Bartok nach dessen Szizzen vor, deren weitere Überarbeitung 2010 in Baden-Baden ihre Erstaufführung erfuhr.

Hartmut Rohde ist Gründungsmitglied des Mozart Piano Quartets, das zu den weltweit führenden Klavierkammermusikensembles zählt. Zahlreiche CD-Aufnahmen liegen bei EMI Classics, Decca, BMG/Sony, MDG, CPO sowie Naxos vor (Supersonic Award 2003). Kammermusikalische Partner von Hartmut Rohde sind Künstler wie Heinrich Schiff, David Geringas, Lars Vogt, Daniel Hope, Janine Jansen, Olli Mustonen sowie das Auryn Quartett und das Leipziger Streichquartett. Sein Engagement für zeitgenössische Musik zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie Jörg Widmann, Sören Nils Eichberg, Brett Dean, Wolfgang Rihm, Kristof Penderecki oder David Ph. Hefti.

Hartmut Rohde spielt eine Viola von Gioseppe Fiorini (1899) sowie eine Michael Ledfuss (2002)